Vogelgrippe - Vorfälle bei Vögeln

Wie zuvor im Kapitel beschrieben, hat sich das Virus innerhalb kürzester Zeit über die halbe Welt verteilt. Doch welche konkreten Auswirkungen hatte es dort, sowohl auf Tiere als auch auf Menschen? Im folgenden werde ich die wichtigsten Ereignisse in den verschiedenen Ländern, chronologisch aufgelistet, etwas genau erläutern.

1997: In diesem Jahr trat die hoch pathogene Form der Vogelgrippe zum ersten mal überhaupt, und zwar in Hongkong und Umgebung, auf. Die Behörden reagierten auf das damalige Hühnersterben mit einer bis dahin noch nie in diesem Ausmaße durchgeführten Massenkeulung (töten der Tiere und entsorgen Kadaver, ohne dass diese in die Nahrungskette gelangen) von ca. 1,5 Millionen Hühnern.

2003: Bis 2003 glaubte man, die Vogelgrippe bereits ausgerottet zu haben, doch kam es in diesem Jahr wieder zu H5N1-Nachweisen in Hongkong. Eine erneute Massentötung zeigte wenig Erfolg.

2004: Im Frühjahr dieses Jahres brach die Vogelgrippe in anderen asiatischen Ländern wie Thailand, Südkorea, Indonesien oder Vietnam aus.

2005: Noch massivere Ausbreitungen in Asien. Zum Beispiel hatte nach Angaben des indonesischen Landwirtschaftsministeriums sich das Virus auf mindestens 22 der 33 Provinzen des Landes ausgebreitet. Als Folge starben mehr als 16 Millionen Tiere an der Vogelgrippe oder mussten getötet werden. Im Oktober wurde ein Bericht des „Schweizerischen landwirtschaftlichen Informationsdienstes“ veröffentlicht in dem es hieß, dass in einem einzigen Betrieb im südlichen Sibirien 460.000 Vögel mit dem Virus infiziert wurden. Die „Amerikanische Gesellschaft zur Förderung der Naturwissenschaften“ (AAAS) berichtete in ihrer Zeitschrift „Science“ das bis zum 21. Oktober 2005 mehr als 100 Millionen Zuchtvögel zur Bekämpfung des Virus getötet wurden. In diesem Jahr wurde in China auch der erste Fall einer Infizierung eines Zugvogels bekannt. Nach offiziellen Angaben wurden in der Volksrepublik mehr als 6000 tote Zugvögel aufgefunden. Außerdem kam es im Herbst 2005 zu den ersten H5N1 Ausbrüchen in Europa. Betroffen war bisher nur der Osten des Kontinents. Der allererste Vorfall wurde aus Rumänien gemeldet, als das Virus bei 3 Hausenten festgestellt werden konnte. Nur wenige Tage später kam es zu ähnlichen Ereignissen, in Ländern wie der Türkei, Moldawien, Kroatien und Ungarn.

2006: Allen Keulungen zum Trotz breitete sich das Virus noch weiter aus und fand schließlich einen Weg nach Westeuropa und Afrika. In Deutschland wurden am 14. Februar die ersten an H5N1 gestorbenen Vögel auf der Ostseeinsel Rügen gefunden. Noch am selben Tag wurde der Tot von mehr als 100 Schwänen bekannt gegeben, die ebenfalls auf Rügen verendeten. In den nächsten Tagen breitete sich das Virus zunächst im Norden Deutschlands aus, doch es erreichte dann auch schnell den Süden. So wurde Anfang März bei 2 Enten in Lindau am Bodensee das hochpathogene Virus nachgewiesen.
Für großes Aufsehen sorgte das sächsische Wermsdorf, wo am 5. April der erste Ausbruch der Vogelgrippe auf einer deutschen Farm bekannt wurde. Sofort wurden 14000 Tiere getötet. Bis zum August 2006 wurde in Deutschland 344 direkte Grippe-Todesfällen von Vögeln registriert. Wie bereits erwähnt, blieb auch Afrika nicht verschont. Eine schockierenden Tatsache, hatten die Menschen dort doch schon genug mit AIDS oder Malaria zu kämpfen. Zwar starben in den Monaten von Februar bis April mehrere Tausend Vögel an den Folgen von H5N1 (z.B. 60000 Zuchtvögel am 25. März im Sudan) doch lieben die Menschen glücklicherweise fast vollkommen verschont.

Das wird Ihnen auch gefallen:

Antwort schreiben