Wie trifft die Erhöhung der Mehrwertsteuer die deutschen Bürger/innen?

Grundsätzlich ist jeder Verbraucher in die MwSt und deren Erhöhung involviert. Dies bedeutet, dass jeder Konsument MwSt bezahlen muss, ob er will oder nicht.
Bei diversen Umfragen meinerseits, beschäftigte ich mich mit der Fragestellung, inwieweit die deutschen Bürger bei Einkäufen, die zur Bestreitung des täglichen Lebensunterhaltes dienen, die Erhöhung der MwSt bemerken.

Dabei hatten die Teilnehmer zwei verschiedene Bereiche zu bewältigen. Der erste Bereich bestand aus einer “Multiple-Choice” Aufgabe der die obige Fragestellung thematisierte und der zweite aus der darauf folgenden Begründung. In der Multiple-Choice Aufgabe waren drei verschiedene Möglichkeiten, die es anzukreuzen galt. Dies waren die Möglichkeiten “gar nicht”, “wenig” und “viel”. Des Weiteren ließ ich eine Altersangabe machen.

Die Umfrage erbrachte sehr viele unterschiedliche Ergebnisse. Zum einen bestanden diese aus unterschiedlichen Antworten verschiedner Altersgruppen sowie teilweise auch unterschiedliche, überwiegend jedoch identische Antworten gleicher Altersgruppen. Die daraus resultierenden Begründungen waren meist gleich. Bei der Auswertung wurde eine klare Tendenz deutlich, die in den meisten Fällen auch überwog.

Während der Auswertung ergaben sich folgende Ergebnisse: Schnell wurde deutlich, dass sich die verschiedenen Antworten der Teilnehmer in drei verschiedene Altersbereiche einteilen ließ, deren Fragebögen innerhalb der Altersgruppen fast identisch waren. Die erste Altersgruppe beinhaltete die 10 bis 17 Jährigen, die zweite beinhaltete die 18-24 Jährigen und die dritte diejenigen ab 25 Jahren. Die Gewichtung der Altersgruppen war in etwa gleich, sodass die erste Gruppe circa 20%, die zweite Gruppe ca. 45% und die dritte Gruppe ca. 35% der gesamten Teilnehmer ausmachte.

Wie bereits zu erwarten war, wurden von der ersten Altersgruppe (10-17 Jährigen) am häufigsten die beiden Antworten “wenig” und “gar nicht” angekreuzt. Die Antwort “gar nicht” machte innerhalb dieser Gruppe einen Prozentsatz von 59% und die Antwort “wenig” 36% aus. In der zweiten Gruppe (18-24 Jährigen) wurden die beiden Antworten “wenig” und “viel” am meisten angekreuzt. Die Antwort “wenig” machte innerhalb dieser Gruppe einen prozentualen Anteil von satten 69% und die Antwort viel wurde von 27% der befragten 18-24 Jährigen angekreuzt. Aus der letzten Gruppe (ab 25 Jährigen) resultierte wiederum ein anderes Ergebnis. Innerhalb dieser Gruppe wurde von 87% der Befragten die Antwort “viel” widerlegt.

Lässt man die Begründung zunächst außer Betracht, so wurden die von mir vorher erahnten Ergebnisse/Vermutungen durch diese Befragung gefestigt und genau widerlegt. Die Altersgruppe der 10-17 Jährigen ist typisch für den Konsum von jeglichen Lebensmitteln (Essen und Trinken). Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um den Konsum von Gütern, welche unter den ermäßigten Steuersatz fallen. Da sich dieser Steuersatz nicht geändert hat, stellten die Jugendlichen auch keinen Unterschied zu dem bisherigen fest. Die Altersgruppe der 18-25 Jährigen ist auch typisch für den Konsum von Lebensmitteln (vgl. Altersgruppe 1). Hinzu kommen noch Ausgaben zur Freizeitgestaltung, sowie der Unterhaltung und Kraftstoffverbrauch der Verkehrsmittel (Auto, Motorrad etc.). Der Konsum von Lebensmitteln steht bei dieser Altersgruppe im Vordergrund. Der elementare Unterschied liegt jedoch im Freizeitprogramm der beiden Altersgruppen. Die 18-24 Jährigen sind durch “abendliche” Aktivitäten im Wochenendbereich sowie das Fahren von Autos charakterisiert, welche die Erhöhung der MwSt schon deutlich spürbarer machen. Dadurch wird der Punkt “gar nicht” fast völlig außer betracht gelassen.

Stellt man die dritte und letzte Gruppe der ab 25 Jährigen in Betracht, so ist ein erneuter fundamentaler Unterschied zu erkennen. Blickt man auf die Charakteristik der Altersgruppe, so fällt auf, dass die meisten eine eigene Wohnung besitzen, welche es zu unterhalten gilt. Die MwSt für Strom, Wasser etc. ist von dem Anstieg des Regelsatzes ebenso betroffen wie beispielsweise Elektroartikel. Somit sprüt die Altersgruppe der über 25 Jährigen die 3%ige Erhöhung schon deutlicher, da sie im Gegensatz zu den beiden vorherigen Altersgruppen zum Teil für ihren Lebensunterhalt selber Sorge tragen muss, sprich: Auto, Haushalt, Elektrogeräte etc. Die beiden ersten Altersgruppen leben in den meisten Fällen noch mit Ihren Eltern zusammen, die ihnen somit den Lebensunterhalt fast ausschließlich finanzieren.

Die während der Befragung gegebenen Begründungen fallen ebenfalls deutlich in dieses Schema. Die meisten Begründungen der 10-17 Jährigen lauteten: “Ich merke nichts, weil ich nichts anderes kaufe außer hier und da mal etwas zu essen”, “Was ist Mehrwertsteuer?”, “Ich merke nichts” “Ich bemerke es ein wenig bei dem Spritverbrauch meines Rollers”. Dies festigt die oben bereits nahe gelegten Thesen. Viele bemerken den Wechsel nicht, einige jedoch geringfügig in der Unterhaltung ihres Rollers. In den Begründungen der 18-24 Jährigen sah man schon deutliche Unterschiede, da diese auch häufig schon auf sich alleine gestellt sind. Die Begründungen lauteten hier: “Besonders in Kneipen krieg’ ich die Änderung mit”, “Die Unterhaltung meines Autos wird teurer, auch durch z.B. Reparaturen”, “Ich merke wenig, weil ich noch bei meinen Eltern wohne und die mir fast alle unter den neuen 19%igen Steuersatz fallenden Produkte finanzieren”, “Selbst der Friseur wurde um 1€ teurer”, “Es wird einfach alles geringfügig teurer, richtig bemerken tut man es aber erst bei größeren Investitionen”. Genau wie diese Altersgruppe, festigt auch die letzte Altersgruppe, der über 25 Jährigen, die durch die Multiple-Choice aufgestellten Thesen. Die Begründung der ab 25 Jährigen lauteten: “Alles wurde teurer”, “Vor allem durch Wasser und Energie fallen wesentlich mehr Kosten an”, “Auto, alles wird teurer, Benzin wird immer teurer”, “Die Preise von Möbelstücken sowie Reparaturen sind drastisch in die Höhe gestiegen”.

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