Das Ziegenproblem - Entstehung des Ziegenproblems

Das Ziegenproblem wurde erstmals richtig im Jahre 1990 diskutiert. In einer amerikanischen Zeitung stellte ein Leser folgende Aufgabe:

“Sie nehmen an einer Spielshow im Fernsehen teil, bei der Sie eine von drei verschlossenen Türen auswählen sollen. Hinter einer Tür wartet der Preis, ein Auto, hinter den beiden anderen stehen Ziegen. Sie zeigen auf eine Tür, sagen wir Nummer eins. Sie bleibt vorerst verschlossen. Der Moderator weiß hinter welcher Tür sich das Auto befindet; mit den Worten ‘Ich zeige ihnen mal was’ öffnet er eine andere Tür, zum Beispiel Nummer 3, und eine meckernde Ziege schaut ins Publikum. Er fragt: ‘Bleiben sie bei Nummer eins, oder wählen Sie Nummer zwei?’“

Hier beginnt das Ziegenproblem.

Eine Frau mit extrem hohen IQ beantwortete diesen Leserbrief wie folgt: Sie war der Ansicht, dass bei einem Wechsel der Tür die Chancen auf das Auto erheblich steigen würden.

Für diese Aussage erntete sie Spott und Gelächter. Selbst führende Mathematiker erklärten diesen Lösungsansatz für falsch und beharrten auf ihrer Lösung.

Die Frau (Marilyn vos Savant), die auch zum Teil beschimpft wurde, hielt sich zurück und akzeptierte die nicht genug durchdachten Vorschläge. Gero von Randow, der die Diskussion in den USA über dieses vermeintlich simple Problem verfolgt hatte, schrieb kurz darauf einen Artikel für „Die Zeit“, in dem er das Ziegenproblem genau erläuterte. Er erhielt ebenfalls sehr geringen Zuspruch und enorm viel negative Kritik.

Auch der „Spiegel“ beschäftigte sich nun mit dem Problem und schlug sich auf vos Savants und Randows Seite. Die Redakteure mussten sich ebenfalls mit der Ablehnung ihres Lösungsvorschlags abfinden.

Es war sehr verwunderlich, wie die Diskussion über das Ziegenproblem gerade zu dieser, weltpolitisch gesehen, stürmischen Zeit, entbrannte. Es herrschte Bürgerkrieg in Jugoslawien, die UdSSR löste sich auf, Deutschland wurde vereinigt, usw.

Doch wie kann es dazu kommen, dasa sich so viele Menschen geirrt haben? Vor allem Gelehrte und Experten?

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