Bewegungsspiele in einer KiTa

In diesem Teil erläutere ich nun selbst einige Beobachtungen, die ich gemacht habe, als ich mit ein paar Mädchen nach draußen gegangen bin, um mit ihnen “Seilchen zu springen”. Es waren 9 Mädchen im Alter von 3 bis 6. Die 6-jährigen wussten schon relativ gut, wie das Spiel funktioniert, den Jüngeren mussten wir es erst erklären, da die meisten von ihnen das Spiel zwar kannten, aber nicht wussten wie sie am klügsten über das Seil kommen, also den richtigen Augenblick zum springen erwischen.

Nachdem wir gemeinsame Regeln festgelegt hatten, wie das jedes Mädchen 3 Versuche hat und wir die “Schwingerinnen” immer tauschen, nachdem 3 Mädchen gesprungen sind, konnten wir loslegen. Die Regeln waren wichtig, damit nicht direkt Streit entsteht, wer wann und wie oft springen darf. Hier sieht man auch das Kinder durch Spiele lernen sich an Regeln zu halten und sich ihnen anzupassen.

Die Mädchen die schon gut Seilchen springen konnten waren wie Vorbilder für die Anderen. Hier hat sich gezeigt, wie wichtig Vorbilder sind. Sie motivieren die Kinder, zeigen ihnen wie es geht und Kinder wollen eher etwas lernen, wenn sie jemanden haben der Älter ist, als sie selbst, da sie ja erwachsen und “groß” sein wollen, also auch die Dinge können wollen, die, die Älteren können. Also sollten sich auch die Eltern mit ihren Kindern beschäftigen, mit ihnen spielen und ihnen als Vorbildfunktion dienen.

Auch lassen sich Kinder sehr leicht demotivieren, wenn sie etwas nicht auf Anhieb hinbekommen. So hat z.B. eine von den 3-jährigen schon nach ca. 10 Minuten wieder aufgehört, da sie es nicht geschafft hat richtig zu springen. In solchen Fällen sollte man als Erwachsener das Kind aufbauen, es motivieren weiter zu machen, es aber nicht drängen, da das Kind sich sonst schnell gezwungen, oder verpflichtet fühlt. Auch sollte man gucken, das andere Kinder, die besser sind , das Kind nicht zu sehr ärgern und ihm so die Freude nehmen. Denn es trifft Kinder ziemlich am stärksten, wenn sie von Gleichaltrigen, oder etwas älteren Kindern gehänselt werden. Auch das nimmt ihnen nämlich die Motivation weiterzumachen und wenn diese Art von Umgang öfters erfolgt zerstört das auch das Selbstbewusstsein des Kindes. Allerdings hat es bei diesem Spiel kaum Hänseleien gegeben.

Es gab schnell kleinere Erfolge zu verzeichnen, nach kurzer Zeit hatten schon einige der Mädchen Fortschritte gemacht. Das waren vor allem die, die immer genau hingeguckt haben und teilweise sogar hinterfragt haben, wann sie denn jetzt genau springen müssten und wie hoch (auch diese Frage kam des Öfteren vor!), das Mädchen das meistens unterwegs war, wenn sie nicht dran war und auch nur unaufmerksam mitgespielt hat, hat auch schnell die Lust verloren, als sie die Fortschritte der Anderen sah, aber selber keine, oder nur sehr geringe, machte. Hier konnte man sehen, dass es Kinder auch demotiviert, wenn sie nicht voran kommen, sondern auf einer Stelle stehen bleiben. Vermutlich lässt sich dieses Verhalten auch bei Erwachsenen erkennen.

Eine Überlegung warum das Mädchen so desinteressiert war, ist das die Jungs auch draußen gespielt haben und ihr bester Freund dabei war, mit dem sie auch spielen wollte. Warum sie nicht direkt mit ihm gespielt hat, weiß ich nicht. Ich vermute, dass sie auch gerne Mal probieren wollte, ob sie das kann und konnte sich erst nicht richtig für eine Sache entscheiden, so dass sie dann bei beiden Spielen nur halb beteiligt sein konnte.

Auch ließ sich erkennen, dass Kinder die bei anderen Spielen nicht so begabt waren, aber dieses dafür gut konnten, eine höhere Spielfreude einstellte, als bei Mädchen, die schon ziemlich klug und begabt sind. Die Überlegung hierzu ist, dass die weniger begabten Mädchen hier ihr Können zeigen konnten und sie dadurch auch ihr Selbstbewusstsein stärkten. Natürlich waren auch die Mädchen stolz auf sich, die das Spiel von Beginn an gut konnten und es den anderen Mädchen erklärt haben. Auch für sie war es ein Erfolg zu sehen, dass die Jüngeren Mädchen auf ihre Erklärung hin, begriffen haben worauf es ankommt und es so geschafft haben, über das Seil zu springen.

Nach einiger Zeit habe ich den Mädchen gesagt, dass sie mal eine Weile alleine spielen müssten und habe sie aus der Ferne beobachtet. Sofort ergriffen die Älteren das Ruder und haben den Jüngeren gesagt, was sie machen sollen. Das jedoch fanden diese gar nicht in Ordnung und jeder wollte springen. Nach sehr kurzer Zeit löste sich die Gruppe auf und jeder widmete sich anderen Angelegenheiten. Das hat gezeigt, dass Kinder offenbar eine Aufsichtsperson, zu mindest in größeren Gruppen, brauchen, die das Spiel leitet, da sonst jeder von ihnen möchte, dass es nach seinen Regeln geht. Außerdem ist eine Erwachsen Person, die das Spiel leitet wichtig, damit Kinder lernen auf Ältere zu hören und sie zu respektieren.

Über diese Art von Spielen, in der Gruppe, kann man auch Außenseiter integrieren, indem man ihnen mehr Verantwortung überträgt (z.B. kann man sie bei Mannschaftsspielen eine Gruppe wählen lassen), oder man animiert als Spielleiter dieses Kind besonders anzufeuern, gerade wenn es nicht besonders gut ist in diesem Spiel. Das würde das Kind motivieren sich besonders anzustrengen. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht nur die Randfiguren einer Gruppe in den Mittelpunkt stellt, da sich sonst die anderen Mitglieder benachteiligt und zurückgesetzt fühlen und meinen, dass die anderen Kinder mehr in den Vordergrund gestellt werden.

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